Category Archives: Neuerscheinungen

Neuerscheinung | Hallo hallo, die Hutschnur steigt – Des Verwicklungsromans zehnter Teil

verwickl10cover_ else_gold110 S., ISBN 978-3-901015-67-0, € 12,-

Die Wienerin Jana und der Niederösterreicher Naz schreiben ihre Lebensgeschichte, von Band eins bis „jetzt“ sind neun Bände erschienen. Der zehnte Band ist ein kleines Jubiläum. Seit 20 Jahren schreiben die beiden Textfiguren und erzählen zuerst aus Kindheit und Jugend, werden erwachsen, lernen einander kennen, betreten (und beschreiben) dann die literarische Szene, werden älter, haben „Erfolge‟ und „Misserfolge‟, werden vom Leben geschüttelt und rütteln an den so genannten unverrückbaren Tatsachen.

Mit Gästebucheinträgen von Chie Manabe, Rudolf Lasselsberger, Stanislaus Aladin Fartacek, Silvia Zandomeneghi, elffriede.aufzeichnensysteme, Andreas Leikauf, Rahel Helmhart, Andrea Zámbori, Babl Raketa und Pauline, Igor Kaminski und Juliana Kaminskaja sowie Alexandr Gornon. Cover: Else Gold

“Wieviel Realität steckt in einer fiktiven Autobiografie? Das ist fast so knifflig wie Antonin Artauds Wortfolge „unbewusst absichtlich“ zu verstehen. Aber die Entschlüsselung der Kombination erschließt sich im Zuge der Lektüre des Verwicklungsromans. Die im Vorjahr mit dem Veza-Canetti-Preis ausgezeichnete Schriftstellerin, Zeichnerin und Filmkünstlerin Ilse Kilic ist 2017 beim zehnten Band dieser, gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten und Verlagspartner Fritz Widhalm verfassten Roman- reihe angekommen. Es ist ein Leichtes, ohne Kenntnis der vorhergehenden neun Bände in das narrative Puzzle der Neuerscheinung einzutauchen, die auf methodische Beschränkungen, wie sie in vielen anderen Werken der Autorin genutzt werden, verzichtet.” (Christa Nebenführ, Buchkultur 174A, Herbst 2017)

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Neuerscheinung | Regina Hilber: ÜBERSCHREIBUNGEN von Wald bis Wien

Cover_Ueberschreibungen_Regina_Hilber

88 S., ISBN 978-3-901015-69-4, € 12,-

Mit Fotografien von Regina Hilber, Wolfgang Hilber und Gerlinde Zehetner. Coverbild Alberner Hafen © Regina Hilber

Lyrische Kurzprosa als erkenntnistheoretische Sprachstudie, die das Motiv “von Wald bis Wien” als Ausgangspunkt für poetische Überschreibungen nehmen.

„. . . Donaukanal / Alberner Hafen / Latisberg / überall hat der Wald Lücken
hinterlassen / und offene Geschwüre beim abgerissenen Schloss Cobenzl /
wenn das Baummeer doch ein bisschen größer wäre / so zwei drei.“

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Neuerscheinung | FanzineDada100

Cover FabzineDada100 Elias Schwarz Vera SchwarzMit Beiträgen von Brigitta Höpler, Gabriela Nickel, Barbara Rieger, Elias Schwarz, Vera Schwarz, Günter Vallaster, Erika Walch-Sommer, Eva Woska-Nimmervoll und Andrea Zámbori, entstanden aus dem Workshop Text und Bild, Text als Bild von Günter Vallaster und Andrea Zámbori im Rahmen des Lehrganges Wiener Schreibprädagogik des Berufsverbandes österreichischer Schreibpädagog/innen (BOeS) www.schreibpaedagogik.com. Cover: Elias Schwarz und Vera Schwarz

Preis: auf Anfrage

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Neuerscheinung | fritzfest. festschrift für fritz widhalm

cover fritzfest

ISBN 978-3-901015-66-3, € 12,-

„wiese. wiese. wiese. drei kilometer wiese. also gewissermaßen umfassend“ (fritz widhalm, pubertät mit mädchen. visionen & versionen. wien: edition ch, 2006). und jetzt: festschrift! festschrift! festschrift! 126 seiten festschrift – also gewissermaßen umfassend!

Es gratulieren: Ruth Aspöck, Armin Baumgartner, Susa Binder, August Bisinger, Marietta Böning, Brandstifter & Tanja Roolfs, Patricia Brooks, Lukas Cejpek, Marc Degens, Sabine Dengscherz, Stephan Eibel, elffriede.aufzeichnensysteme, Christian Futscher, Petra Ganglbauer, Sabine Gruber, Alice Harmer, Thomas Havlik, Wolfgang Helmhart, Michaela Hinterleitner, Christine Huber, Dirk Huelstrunk, Gerhard Jaschke, Jonopono & Irma, jopa jotakin, Günther Kaip, Juliana V. Kaminskaja, Adrian Kasnitz, Ilse Kilic, Ralph Klever, Erich Klinger, Si.Si. Klocker, Andrea Knabl, Magdalena Knapp-Menzel, Margret Kreidl, Stefan Krist, Erika Kronabitter, Rudolf Lasselsberger, Andi Leikauf, Gregor M. Lepka, melamar, Wolfgang Müller, Christa Nebenführ, Gerald Nigl, Thomas Northoff, jörg piringer, Astrid Poier Bernhard, Werner Schandor, Nikolaus Scheibner, Eva Scheufler, Gerda und Helmut Schill, Helmuth Schönauer, Birgit Schwaner, Waltraud Seidlhofer, Karin Spielhofer, Enno Stahl, Stefan Stürzer (Stizz Werk) & Nadine Abado, united queendoms, Günter Vallaster, Daniel Wisser, Erich Wolfesberger, Andrea Zámbori, Silvia Zandomeneghi, Jörg Zemmler, Harald Sack Ziegler.

Hg. von Ilse Kilic und Günter Vallaster.

Cover: Günter Vallaster (in Anlehnung an das Cover des Albums „Bolan Boogie“ von T.Rex)

Günter 60 Fritz Foto: Lucas Cejpek

Die Überreichung in der Alten Schmiede, Wien. Foto: Lucas Cejpek

Neuerscheinung | räume für notizen | rooms for notes | jegyzetterek | espacios para notas | plass for notater | простор для записей | ノートのための余白

cover wechselstrom räume für notizen | rooms for notes | jegyzetterek | espacios para notas | plass for notater | простор для записей | ノートのための余白

(= raum für notizen 10)

200 S., ISBN 978-3-901015-65-6, € 20,-

Visuelle, digitale & transmediale Poesie. Festivaldokumentation 2014 & 2016. Mit Beiträgen von Tomomi Adachi, elffriede.aufzeichnensysteme, Brigitta Falkner, Bartolomé Ferrando, Alexandr Gornon, Christine Huber / Michael Fischer, Cecilie Bjørgås Jordheim / Stine Janvin Motland / Maximilian Ölz, Juliana V. Kaminskaja, Ilse Kilic, Barbara Köhler, Nick Montfort, jörg piringer, Gregor Pokorny, Dieter Sperl, Kinga Tóth, united queendoms, Günter Vallaster, wechselstrom (Renate Pittroff und Christoph Theiler), herbert j. wimmer, Andrea Zámbori.

Cover: wechselstrom (Renate Pittroff und Christoph Theiler)

Petra Ganglbauer auf BOeS Rezensionen:

„Ein informativer, ästhetischer, spannender Querschnitt – oder auch durchaus subjektiver Blick auf die Facetten zeitgenössischer (nicht nur) visueller Poesie bietet dieser umfangreiche und mit einem präzisen Vorwort des Herausgebers ausgestattete Band – Günter Vallaster rollt zunächst die Geschichte der Edition CH ein wenig auf, weiters jene der Reihe „Räume für Notizen“ sowie die Begriffe visuelle Poesie, Inter- oder auch Transmedialität.

Das Buch enthält Abbildungen von Ganzkörperpoesie ebenso wie verbale Gemälde, Überschreibungen, Überzeichnungen, Abbildungen von Installationen oder eben auch visuelle Poesie im klassischen Sinn.

Zu den internationalen Beitragenden gehören u.a. Andrea Zámbori, Herbert J. Wimmer, Juliana V. Kaminskaja, Michael Fischer, united queendoms oder Günter Vallaster selbst!

Empfehlenswerte Lektüre auf der Höhe der Zeit!“

Neuerscheinung | jopa jotakin: für die fisch. mit bildern von andrea knabl und kala haisee

cover jopa jotakin

80 S., ISBN 978-3-901015-63-2, € 12,-

frische fischlyrik ohne hand und fuß, aber mit schuppen und flossen.
eine kiemästhetische schwärmerei für große und kleine fische mit mal mehr und mal
weniger worten, mit bildern und fotos.

Helmuth Schönauer auf biblio.at:

„Das größte Kompliment, das man in Österreich über ein Programm oder gar den Lebensinhalt zum Ausdruck bringen kann, ist die lapidare Bemerkung, dass es “für die Fisch” ist.

Jopa Jotakin setzt nun “für die fisch” den hehren Zielen der Literatur ein edles Poesie-Denkmal, bestens unterstützt von Fischcollagen von Andrea Knabl und Kala Haisee. In den Bildern würgt schon einmal eine Heldin einen Grass-fetten Aal als Ganzes hinunter, ein Fischkopf schnappt nach Luft, während er durch ein erotisches Stillleben dümpelt, eine seltene Gattung liegt vor einem Tierlexikon und liest nach, wer sie eigentlich ist.

Schon in den Kapitelüberschriften gibt es semantische Fischüberhöhungen, welche die üblichen Vorstellungen schlagartig erweitern oder gar in ein völlig anderes Gebiet lenken. Die “grätchenfrage” (34) stellt die Glaubwürdigkeit von Thesen in Frage, im “fischgewitter” (45) lösen sich alle Substanzen auf, die nicht mit Schwarm-Intelligenz umgehen können, “feuchte träume” (64) zeigen alles Wasser-Getier in einem neuen aufreizenden Licht und “kiemono” (73) erweist sich als Dress-Code, der weit über die Saison hinausragt.

In konzentrierten Engführungen stoßen manchmal völlig unterschiedliche Wahrnehmungsgebilde zusammen, aus der sprichwörtlichen Sardinenbüchse wird eine überfüllte Party. “sardinenparty // die gäste / dicht gedrängt / es stinkt / und alle / voll im öl” (16)

Im Gedicht “mal mehr, mal weniger” (21) sind es zwei lyrische Verfahrensweisen, die sich überlagern, in einen Text voller Strömung sind sperrige Begriffe eingeklemmt, die das “gegen den strom schwimmen” zuerst als Wortkomposition und dann als konkrete Lyrik im Bild ausdrücken.

Das lyrische Ich versenkt sich beim Meditieren in das eigene Aquarium und mutiert zu einem Bauchwesen, das vielleicht sogar die eigene Sterblichkeit abzulegen vermag. “denkfische // die denkfische / im kopfaquarium / blubbern / denkblasen // glubschen mir / zu den ohren hinaus / und plustern ihre kiemen auf // die denkfische / im kopfaquarium / schwimmen manchmal / mit dem bauch nach oben / aber das macht nichts / bäuche sind ja was schönes” (46)

In den “fischphobien” (59) gibt es aalglatte Paranoia und dann muss das Buch gedreht werden wie ein Tablett, weil der Text nur mehr in die Breite geht.

Jopa Jotakins Programm ist natürlich nicht für die Fisch, es schneidet heimlich die Büchse der Pandora auf wie eine Fischkonserve und lässt daraus einen neuen Sinn strömen, der nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.“

Sophie Reyer auf literaturhaus.at:

Dass Fische so stumm nicht sind wissen wir bereits seit Gertrude Maria Grosseggers Roman „So stumm sind die Fische nicht“ (Leykam 2006). Und tatsächlich: Auch Jopa Jotakins Meeresbewohner weisen eine große Affinität zur Sprache auf. Das mit Bildern von Andrea Knabl und Kala Haisee „gewürzte“ Buch ist in unprätentiös schlauem Sprachfluss gestaltet Und der Fluss ist auch ein wichtiges Strukturelement, das die Form des ganzen Bandes bestimmt.
Der 1986 „herbstgeborene“- wie er selbst in seiner Biographie im Anhang schreibt- Autor Jopa Jotakin nimmt sich in seinem Erstling „für die fisch“ des besonderen Tieres „Fisch“ an, dreht, wendet den Begriff sprachlich und inhaltlich, als Wort, als Metapher, interessiert sich aber auch für den Fisch als optischen Gegenstand und betrachtet ihn auf die unterschiedlichsten nur erdenklichen Arten. Das Einbeziehen der visuellen Ebene ist dabei nur ein Element, wenn auch ein Wesentliches: Sowohl Fotografien von Fischleichen und goldenen, kitschigen Fischtrophäen als auch grafische Arbeiten, die mit dem alten Emblem des Christentums spielen – da verschluckt eine Frau einen Fischschwanz, da wird einem Fisch die Haut abgezogen – bestimmen die Form des Buches. Aber auch die Lyrik des Autors ist zum Teil optisch gestaltet. So schwillt das O des Fisches zu einem riesigen Mund an, der das K, das P und das F des Wortes „kopf“ verschluckt, so wird der Abriss einer Fischform in einem Räucherlachs-Empfehlungsgedicht nachgeahmt. Auf einmal verwandeln sich auch die „>“- Zeichen in den Texten in eigenständige Lebewesen, lösen sich aus der Poesie heraus und flattern als Fischschwänze umher, die der Seitenzahl am unteren Ende der Seite angefügt werden, sodass die Zahl selbst aussieht wie ein umher schwimmendes Amphib. Grafisch spielt der Autor auch mit dem Format der Buchseite: demnach verlaufen manche Gedichte auf herkömmliche Art und Weise horizontal, andere vertikal, und wieder andere verstreuen sich wie unterschiedlich große Pünktchen auf die Seite, sodass die Buchform an sich hinterfragt und aufgebrochen wird.

Doch die visuelle Poesie ist nur eine Herangehensweise, mit der Jopa Jotakin in seinem Band spielt. Dass der junge Dichter die Techniken der Wiener Gruppe analysiert und verstanden hat, beweisen Gedichte wie „fischgeflyster, eukaryotisch“, die das Wort „goldfischgold“ nach seinen Materialitäten abklopfen und mit den Graphemen auf serielle Weise spielen. Die poetische Miniatur „forellenquintett“ nimmt sich hingegen der Form der Liste an: „meer/ bach/ see/ anatolisch/ regenbogen“ lesen wir hier und müssen vielleicht schmunzeln. Dieser Text ist aber nicht der einzige, der mit Anspielungen auf die Musikgeschichte „gezuckert“ ist: So nennt sich ein weiteres Gedicht koketter Weise „Fisch- Dur“.
Das formale Spektrum der in „für die fisch“ aufzufindenden Texte reicht von Lautgedichten, die einzelne Elemente wie „pf“ oder „o“ aneinander stöpseln, über serielle Gebilde bis hin zu einem Mundartgedicht, das den danebenstehenden hochsprachlichen Text spiegelt.

Inhaltlich weisen die Arbeiten ebenfalls eine Vielfalt an Varianten auf: da wird auf den Fisch als Identifikationssymbol des Christentums angespielt, indem das Gaubensbekenntnis remixt wird, da kommt es zu musikgeschichtlichen Hinweisen und kulinarischen Einsprengseln.
Die Arbeiten sind außerdem nicht nur implizit politisch: Im zweiten Gedicht bereits spricht sich Jopa Jotakin gegen die Farbe blau aus, indem er auch gleich die Poesie an sich hinterfragt: „gibt es unpolitische gedichte?“ heißt es da, und die Forelle antwortet frisch, frech und keck: „mir egal, hauptsache nicht blau.“

Bis hin zum Verlagsnamen, der “edition ch”, die Jopa Jotakin kurzfristig in „edition fisch“ umbenennt, ist dieses Buch fast zwangsneurotisch in Richtung „Fisch“ hingebogen oder vielleicht auch eher -geflossen? Es bleibt dem jungen Autor zu wünschen, dass auch die nächsten Buchprojekte sich ähnlich stimmig und erfrischend – nicht nur erFISCHEND – lesen mögen! Ein Buch für die Verspielten, dass sich – um bei der Wassermetapher zu bleiben – „gewaschen“ hat.

Neuerscheinung | Und wieder vergisst der Tag dann die Nacht – Des Verwicklungsromans neunter Teil

verwicklung 9 kilic widhalm112 S., ISBN 978-3-901015-60-1

€ 12,-

„Das Tau der Zeitgeschichte wird aus vielen Fasern geflochten, nur die Vielfalt der Darstellung kann der jeweils komplexen Gesellschaft halbwegs gerecht werden. Freilich beschränkt sich die jeweilige Literaturwahrnehmung oft auf ein paar schwarz-weiße Strähnen, denn wenn schon der Stoff kompliziert ist, soll für schlichte Zeitgenossen wenigstens die Darstellung einfach sein.

Ilse Kilic und Fritz Widhalm gehen mit ihrem Verwicklungsroman von vorneherein der aktuellen Krimi- und Kindheitswelle aus dem Weg und erzählen eine Strickleiter durch die Gegenwart. Dabei ist ein Strang ziemlich zeitnah an den Publikationstermin geknüpft, während der andere Strang so im Abstand von dreißig Jahren aufgearbeitet wird.

Das Jahr 1985 spielt folglich eine wesentliche Rolle, da haben sich nämlich die Protagonisten Jana und Naz so richtig kennengelernt, nämlich so stark, dass sie zusammengezogen sind und das Wohnzimmer gegründet haben. In der Erinnerung umkränzt ist dieses Jahr von allerhand Wanderungen und Reisen nach Griechenland, von der permanenten Veränderung der Arbeit und dem ständigen Updaten der künstlerischen Produktion. Als etwa Naz ein Stipendium kriegt, schmeißt er jegliche Arbeit hin und kümmert sich um die Restaurierung seines expressionistischen und dadaistischen Lebenswerkes.

Aber selbst das reine Referieren der Vergangenheit macht für die Gegenwart ununterbrochen Probleme. Wie geht man mit dem wesentlichen Binnen-I um, das so eindrücklich die Welt als Mann und Frau erklärt? Im Jahre 1985 noch kein Problem, lässt sich heute nichts mehr klar denken ohne dieses Binnen-I.

Andererseits sind die Körper von Jana und Naz inzwischen völlig anders geworden durch Krankheiten und Operationen, so dass auch die Darstellung der Vergangenheit durch diese Eintrübungen und Gebrechlichkeiten relativiert ist. Selbst der öffentliche Code der Lebensführung ist einem ständigen Wandel unterworfen. Damals hätte ein kleiner Jana-Naz auf die Welt kommen sollen, aber er hätte die Welt nicht verbessert, so bleibt der Besuch der Klinik auch heute noch beim Aufschreiben eine relevante Erinnerungs-Größe.

Viele Wörter sind inzwischen mit neuem Sinn angereichert worden, wie etwa das Wort “mehrheitlich”, das Rolf Schwendter mit neuer Wertigkeit hinterlassen hat.

Im Mittelteil des Verwicklungsromans werden die Absätze in Schauzeichnungen aufgelöst, dabei werden die Figuren so vorsichtig auf die unverfängliche Seite gedreht, dass sie auch nackt für Kinder tauglich sind. Die Veränderung der Nacktheit ist wahrscheinlich die größte Veränderung, die so ein Menschenkörper durchmacht.

Mit der Aussicht auf den baldigen zehnten Band der Serie, der dann wohl eine Jubiläumsschleife bekommt, machen Jana und Naz dem Publikum ordentlich Wasser im Mund. Denn die Methode, zwischen Tagebuch und Erinnerung, Literaturkritik und Kulturmanagement, Plot und Standbild ständig zu wechseln, lässt dann im Hintergrund jene Stimmung aufleuchten, die entsteht, wenn sich ironisierende Heldinnen und Helden mit der eigenen Geschichte auseinandersetzen, stellvertretend für eine ganze Generation.“

Helmuth Schönauer, biblio.at

Neuerscheinung | bewegte sprache / language in motion

bewegte sprache language in motion cover seth weiner

(= raum für notizen 9)

88 S., ISBN 978-3-901015-64-9, € 15,-

Lyrik, Prosa, Grafik, Sound- und visuelle Poesie von den Mitwirkenden der transmedialen
Literaturveranstaltung „bewegte sprache”, die mit freundlicher Unterstützung der Grazer
Autorinnen Autorenversammlung in Wien im Amerlinghaus, werkzeugH und Literaturhaus
stattfand, sowie von einigen special guests. Mit Beiträgen von Christian „Yeti“ Beirer, Marietta Böning, Brandstifter, Helwig Brunner, Jelena Dabic, Gerhild Ebel, elffriede.aufzeichnensysteme, Peter Enzinger, Brigitta Falkner, Michael Fischer/Bernhard Garnicnig, Petra Ganglbauer, Harald Gsaller, Thomas Havlik, Wolfgang Helmhart, Regina Hilber, Christine Huber/Elli Schnitzer, Dirk Huelstrunk, Gerhard Jaschke, jopa jotakin, Mark Kanak, Adrian Kasnitz, Christian Katt, Ilse Kilic/Fritz Widhalm, Magdalena Knapp-Menzel, Erika Kronabitter, Manuela Kurt, Gerald Nigl, jörg piringer, Renate Pittroff, Helga Pregesbauer, Sophie Reyer, Gabriele Rökl, Roza Rueb, Birgit Schwaner, Ingo Springenschmid, Petra Johanna Sturm, Erik Tenzler, Christoph Theiler, Neil Y. Tresher (Thierry Elsen), Liesl Ujvary, united queendoms, Günter Vallaster, Achim Wagner, Daniel Wisser, Andrea Zámbori, Jörg Zemmler, hg. von Günter Vallaster.

Cover: Seth Weiner

Neuerscheinung | chor der bücher könyvek kórusa

Fanzine Cover A6 Andrea Zámbori

20 S.

ISBN-978-3-901015-62-5

Atemzug 4

€ 10,-

Workshop Buchillustration
(Günter Vallaster/Andrea Zámbori)
BOeS-Atelier Juni 2014
www.schreibpaedagogik.com

Prosa und Lyrik von
Alexandra Ramssl-Sauer, Julia Rigal, Monika Seidl,
Erik Tenzler
mit Zeichnungen von
Andrea Zámbori
+
Arbeiten zu Schreibimpulsen von Günter Vallaster:
Gutenberg revisited
A Global Visuage
+
„Wasserspiegelung“ von Alexandra Ramssl-Sauer

Neuerscheinung | Christine Huber, Renate Krätschmer, Elli Schnitzer: am ehesten nahezu

cover huber krätschmer schnitzer

Hg. von Christine Huber

20 S.

ISBN 978-3-901015-61-8

Preis auf Anfrage

Alltagsgegenstände werden gezeichnet und auf Plexiglas gedruckt. Diese Schablonen waren in unterschiedlichen Winkeln an die Decke montiert. LED-Spots warfen die Schatten an die Wände des Raums. An der Basis führten die Texte auf Papierbändern durch die Licht-Schatten-Installation (Intakt-Raum am 20.12.2012). Fotos der Schatten ergaben neue Bilder mit anderen Kontrasten, anderer Tiefenschärfe usw. Diese, montiert, bilden hier die Bildebene. Der Text wurde erweitert, die Rolle bleibt gleich.